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Raniero Cantalamessa |
Innerhalb seiner groß angelegten Bergpredigt verkündet Jesus die Seligpreisungen. In ihren paradoxen Formulierungen erschließen sie sich nicht auf Anhieb und bedürfen deshalb des deutenden Nachdenkens. Da Jesus kurz zuvor aus seinen Jüngern den engeren Kreis der zwölf Apostel ausgewählt hat, sind sie wohl die ersten Adressaten der Seligpreisungen. Doch sowohl Matthäus wie Lukas berichten, dass ihm außerdem eine große Menschenmenge zuhörte. Auch an sie - und mit ihnen an jeden von - sind diese Kurzformeln für ein Leben in der Nachfolge als Jünger Jesu gerichtet. Die Maßstäbe, die Jesus setzt, fordern zu konkreten Lebensentscheidungen heraus, sie sind eine Art Kompass, um in den Verwicklungen und Verstrickungen des irdischen Lebens das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren: jenes wahre Glück, das sich bereits im irdischen Leben einstellt, wenn auch unter Verleumdungen und Verfolgungen, und das hinüberträgt in die vollendete ewige Glückseligkeit bei Gott. „Die Seligpreisungen drücken aus, was Jüngerschaft bedeutet (...) und sie rufen in die Gemeinschaft mit Christus hinein“, schreibt Papst Benedikt XVI. in Jesus von Nazareth. Raniero Cantalamessa deutet die Seligpreisungen neben der Fülle klassischer Auslegungen auch im Licht unserer gegenwärtigen Lebenssituationen. Die Tagespost schrieb am 24. Mai 2011: "Die Seligpreisungen gelten seit jeher als Höhepunkt und Zusammenfassung der Predigt Christi. Wie aber wird daraus eine geistliche Lektüre, eine Betrachtung, die den Glauben aufbaut und vertieft? Raniero Cantalamessa legt dazu, vergleichbar den Zufahrtsstraßen zu einem Kreisverkehr, mehrere Zugänge. Zum einen durch die exegetische Betrachtung, die dem Leser hilft, den wörtlichen und kontextuellen, zuweilen auch kontroversen Sinn zu verstehen. Daneben wendet Cantalamessa ebenso wie Benedikt XVI. die sogenannte kanonische Exegese an, die hohe Kunst, eine Bibelstelle im Gesamtzusammenhang der Bibel zu deuten. Einen dritten Zugangsweg erschließt der Autor dem Leser durch die kenntnisreiche Auslegung der Kirchenväter, einen vierten schließlich durch die zuweilen gewagten Betrachtungen moderner Dichter und Schriftsteller." |